Kaufberatung

Ich will hier versuchen, eine kleine Kaufberatung für die Zusammenstellung eines DSLR-Systems zu geben und sinnvolle Kombination vorschlagen, die ich schon selbst genutzt habe oder nutze. Natürlich gibt es unendlich viele Optionen. Ich will deshalb einfach zeigen, mit was ich gute Erfahrungen für Reisefotos und Reportagebilder gemacht habe.

Meine zentrale Aussage: Fangt klein an und steigert euch langsam, wenn ihr an technische und optische Grenzen gestoßen seid. Nur so tritt der Lerneffekt ein und das gesparte Geld lässt sich frustrationsfrei sinnvoller einsetzen, zum Beispiel für Reisen. Danach rate immer dazu, erst in Objektive und dann in die Kamera zu investieren.

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Kleines bis mittleres Budget | Starter Kit

Der sinnvollste Einstieg in die Welt der digitalen Spiegelreflexkameras. Es handelt sich normalerweise um die Einsteigermodelle der Hersteller im Paket mit sogenannten Kit-Objektiven. Durch das Bundle von Kamera, Objektiven und Zubehör wie Speicherkarten oder Taschen lässt sich sowohl für Händler als auch Käufer ein günstiger Preis erzielen. Verspürt man den Drang nach einem neuen Objektiv, lässt sich das Kit-Objektiv oft zu einem sehr guten Preis verkaufen und die Kamera kann weiter genutzt werden. Gespart wird bei den Einsteigerkameras vor allem am Gehäuse und Funktionalitäten, dafür sind sie eben günstig und vor allem kompakt und leicht.

Ich habe einige Zeit mit einer Kamera aus der 3000er Serie von Nikon fotografiert und war damit sehr zufrieden. Der Vorteil im Hinblick auf andere Hersteller ist, dass Nikon seine Top-Sensoren – die zusammen mit Sony zu den besten am Markt gehören – bereits in die Einsteigerkameras einbaut. Ein weiterer Vorteil von Nikon ist, das auch sehr alte Objektive noch an den aktuellen Kameras genutzt werden können, natürlich mit Einschränkungen wie etwa nicht vorhandener Autofokus.

 

Beispiele kleines bis mittleres Budget: Nikon D3300 mit Kit-Objektiven

 

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Ein mögliches Upgrade dazu wäre die D3300 von Nikon mit dem sehr guten 18-105mm Objektiv, dessen Brennweite aus meiner Sicht 90 Prozent aller Anfänger-Anwendungen abdeckt. Hier verlassen wir eigentlich schon den Bereich des Kit-Objektivs, da das 18-105 schon als recht hochwertig gilt und sogar den Bildstabilisator (VR) an Bord hat.

 

Link zu Amazon: Nikon D3300 SLR-Digitalkamera (24 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) TFT-LCD-Display, Live View, Full-HD) Kit inkl. AF-S DX 18-105mm VR-Objektiv schwarz

 

 

Mittleres Budget | Weitwinkel-Zoom plus Festbrennweiten

 

Mit dieser Kombination kann man dank der Festbrennweiten eine sehr hohe Bildqualität erzielen. Die oft hohe Lichtstärke sorgt tolle Freistellungseffekte und Low-Light-Fähigkeiten. Dabei bleibt die Ausrüstung klein und leichtgewichtig.

Ein Weitwinkelzoom im Bereich 17/18 – 35/50mm sorgt für die Abdeckung der niedrigen Bildwinkel und die nötige Flexibilität, damit nicht ständig Objektive gewechselt werden müssen. Zudem wäre dieser Bildbereich am APS-C-Format schwer mit Festbrennweiten abzudecken.

Spannende Festbrennweiten als Ergänzung wären beispielsweise

  • 35mm 1,8
  • 50mm 1,8 oder 1,4
  • 85mm 1,8
  • 105mm 2,8
  • 150mm 2,8
  • 180mm 2,8

Ich werde demnächst mal näher auf Festbrennweiten von Nikon eingehen, hier gibt es extrem spannende Geheimtipps für kleines Geld.

Als Kamera in diesem mittleren Budget will ich die schon etwas ältere aber noch neu erhältliche Nikon 7100 empfehlen, die eine hervorragende Bildqualität bietet und auch mit älteren AF-D Objektiven von Nikon fokussiert, was gerade die Optionen für die Nutzung von Festbrennweiten enorm vergrößert.

Um Geld zu sparen, macht es oftmals Sinn, auf ältere Produktgenerationen wie die Nikon D7100 zurück zu greifen, wenn sie noch erhältlich sind. Die Sprünge sind nicht immer so groß, dass man das aktuelle Modell braucht. Das lässt sich allerdings nur individuell und je nach Produkt bewerten.

Das Sigma 17-50 2,8 DC OS ist für mich der absolute Preis-Leistungs-Hammer, ich habe es schon vielen Freuden erfolgreich empfohlen und nutze es selbst seit langem. Die Bildqualität ist für ein Zoom sehr gut, es hat Bildstabilisator, die durchgängige Blende 2,8 und ein recht kompaktes aber hochwertiges Gehäuse.

 

Beispiel mittleres Budget: Nikon D7100 und Sigma 17-50

 

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Großes Budget | Profi Weitwinkel- und Telezoom

 

Jetzt kommt der Klassiker aller Fotojournalisten und Reportagefotografen. Im Vollformat oder Analogbereich würden wir von einem Weitwinkel-Zoom 24-70 2,8 und einem 70-200 2,8 reden. Auf APS-C bezogen heißt das 17/18-50 2,8 und 50/70-200mm 2,8. Mit dieser Kombination lassen sich im Prinzip ein Großteil aller fotografischen Herausforderungen meistern und ihr braucht dazu nur zwei Objektive. Nachteile sind hoher Preis und hohes Gewicht.

Auch hier kann ich wieder Sigma empfehlen, die eine Reihe fantastischer Objektive produzieren, die teilweise die Objektive der Erstausrüster schlagen. Das folgende Objektiv ist sogar einzigartig auf dem Markt bis dato, ein 18-35mm mit der durchgängigen Blende 1,8. Damit lassen sich auf einen Schlag drei Festbrennweiten ersetzen, nämlich 18/20mm, 28mm und 35mm. Mal abgesehen davon, dass mir keine konkurrenzfähige Festbrennweite für APS-C im Bereich 17/18mm bekannt ist. Und gemessen an der optischen Leistung und der Verarbeitung ist es eigentlich ein Schnapper.

Als Begleitung bietet sich das Nikon 70-200 2,8 VR an, ein über Jahrzehnte ausgereiftes und weiterentwickeltes Profi Tele-Zoom, das jahrelang mein Standard war. Gleiches gilt übrigens für das Canon-System. Wunderbar ergänzen lässt sich die Kombination mit einem 300mm 2,8 für Events und Sport, hier sind wir dann aber wirklich im professionellen und kostenintensiven Bereich. Nach unten hin könnte man die Kombination noch durch ein Ultraweitwinkel 10-20mm oder 12-24mm ergänzen, das halte ich aber auch nicht für so entscheidend. Oftmals werden die Ultra-Weitwinkel überschätzt, durch geschickte Bildgestaltung und Aufnahmewinkel erreicht man oft eine bessere, weil klarere Bildwirkung.

Als Kamera empfehle ich hier die Nikon D7500, die neueste Version aus der 7000er Reihe mit verbessertem Sensor, Autofokus, Klappdisplay und 4K-Video.

 

Beispiel großes Budget: Nikon D7500, Sigma 18-35 1,8 & Nikon 70-200 2,8

 

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Fazit

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, empfehle ich keine Vollformat-Kamera. Sicherlich haben die ihre Daseinsberechtigung, vor allem was Bildqualität im High-Iso-Bereich, Freistellungseffekte und Nutzbarkeit klassischer Weitwinkel-Objektive angeht. Deutliche Nachteile sind hohes Gewicht und vor allem hoher Preis, nicht nur für die Kameras sondern auch für die Objektive. Hinzu kommt, dass großformatige Sensoren sehr hochwertige Objekte benötigen, dass sorgt schnell für weitere Kosten.

Aus meiner Sicht könnt ihr mit den empfohlenen Packages absolute Spitzenbilder machen ohne große Abstriche, ich nutze selbst eine der Kombinationen und sehe wirklich keinen Grund für einen Formatwechsel.

Eine schlaue Option kann der Gebrauchtkauf sein, über Händler lässt sich das Risiko absenken. Trotzdem sind einige Kenntnisse gefragt, um nicht enttäuscht zu werden. Oft unterscheiden sich Objektive in den Bezeichnungen marginal, die Unterschiede in der optischen Leistung und im Wiederverkaufswert können aber riesig sein. Gerade bei Drittherstellern wie Sigma sind die Streuungen zwischen den Objektivlinien riesig. Die hohe Qualität der Objektive heutzutage hatte Sigma nicht immer, hier existieren einige schlechte Objektive auf dem Gebrauchtmarkt.

Deshalb werde ich demnächst sowohl einiges zum Gebrauchtkauf schreiben und vor allem einige Perlen vorstellen, die ihr günstig kaufen könnt und die ultimativen Spaß versprechen.

So, jetzt aber erstmal genug zum Thema Ausrüstung. Tut euch einen Gefallen und denkt nicht so viel über die Optionen nach, ich kenne das zur Genüge von mir selbst. De facto macht ihr in der Zeit kein einziges Foto und entwickelt keine Fähigkeiten. Gute Fotografen holen wirklich noch aus dem letzten Schrott tolle und einzigartige Bilder raus, das sollte man nie vergessen.